Inmitten der Berg- und Tallandschaft des Meißnervorlands liegen die drei Ortsteile der Gemeinde Berkatal im Quellgebiet des Flüsschens Berka. Alle drei haben sich ihren dörflichen Charakter und ihre Fachwerkkulissen bewahrt. Insgesamt befinden sich 120 Kulturdenkmale in Berkatal.
Das Wappen der Gemeinde zeigt die namensgebende Berka als silbernen Wellenbalken. Das Frankenkreuz deutet auf die Namen der beiden Ortsteile Frankershausen und Frankenhain hin. Das Wagenrad symbolisiert das in allen drei Orten weit verbreitete Fuhrmannsgewerbe.
Direkt am Rande des größten Ortsteils Berkatals befindet sich das Nordhessens bedeutendses Erdfallgebiet, die Hie- und Kripplöcher. Vom Wanderparkplatz Am Sportplatz aus, lässt es sich über verschieden lange Rundwanderwege erkunden. Frankershausen ist der größte der drei Ortsteile. Hier gibt es einen kleinen Supermarkt und mehrere weitere Einkaufsmöglichkeiten, Kulturveranstaltungen wie auch den Sitz der Gemeindeverwaltung.
Die Silhouette des Orts wird durch die im Kern frühgotische, klassizistisch erweiterte evagelische Wehrkirche im alten Ortskern geprägt. Auf dem Friedhof sind Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert zu finden.
Unser Heimatmuseum im Obergeschoss der Gemeindeverwaltung, Berkastraße 54, ist nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 05657 9891-0) für Sie geöffnet. Es widmet sich dem leben, Wohnen und Arbeiten in unserer Region zu früheren Zeiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der regionalen Bergbaugeschichte. Die zum Museum gehörende Mineralienausstellung befindet sich im Obergeschoss des Nahversorgungszentrums, Am Wasser 4.
Sechs Mühlen gab es einst in und um Frankershausen. Die noch bestehenden Gemäuer sind durch Infotafeln kenntlich gemacht. Nur noch zwei Mühlen, die Blaue Mühle und die Oberdorfer Mühle, sind noch als Mühlen erkennbar.
Steinzeitliche Funde beweisen, dass die Menschen hier schon früh gesiedelt haben. Die Gründung des Orts geht auf eine Gründung durch die Franken um 700 zurück, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 876. Frankershausen war lange ein wichtiger Rast- und Umspannplatz für die Fuhrleute, die Kohle vom Meißner oder Salz aus Bad Sooden-Allendorf transportierten, die sogenannten "Hainer Fuhrleute". Auch die Herstellung von Peitschen hatte hier eine längere Tradition.
Auch Frankenhain ist eng mit dem Salzhandel des nahen Soodens verbunden. 30 Fuhrmänner, "die Salzführer" sind im 17. Jahrhundert hier belegt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1360.
Das bemerkenswerteste Gebäude ist die Kirche mit ihren vermutlich um 1400 von Wandermönchen angelegten Fresken. Diese Wandmalereien zeigen Szenen aus dem Passionszyklus. Der Taufstein stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Orgel wurde von W. Schmerbach gebaut. Wie auch in Frankershausen wurde der frühgotische Kirchturm klassizistisch umbaut.
Der Ortskern wird vor allem um den Anger von repräsentativen Fachwerkbauten geprägt. Die ältesten von ihnen reichen in das frühe 16. Jahrhundert zurück. Bemerkenswert ist außerdem der alte Wegweiser auf der Straße von Frankenhain nach Kammerbach: eine zylindrische Säule mit aufgesetztem Würfel aus Sandstein.
Der kleinste Berkataler Ortsteil ist Hitzerode. Er wurde erstmals 1195 in einer Urkunde des Klosters Germerode erwähnt. Eine Besiedlung auf dieser Hochebene ist jedoch bis in die Steinzeit nachweisbar. Die meisten Menschen lebten hier von der Landwirtschaft, jedoch gab es auch hier etliche Fuhrleute, die das Soodener Salz transportierten und auf dem Rückweg andere Waren, zum Beispiel Wein von Rhein und der Mosel, mitbrachten. Etliche repräsentative Fachwerkbauten mit großgewölbigen Weinkellern zeugen heute noch von deren Wohlstand.
Die Kirche steht etwas exponiert im alten Dorfkern. Sie ist in vier Abschnitten seit dem 16. Jahrhundert gebaut worden. Ältester erhaltener Teil ist der Sockel des Turmes. Besonders auffallend ist sein Fachwerkaufsatz mit der markanten Dachform (Welsche Haube). Bis auf den barocken Orgelprospekt ist die Kirche relativ schlicht ausgestattet. Der Taufstein ist 1603 datiert. Der alte Lindenbaum auf dem Anger soll mindestens 400 Jahre alt sein.
Die Lange Straße ist von bemerkenswerten Fachwerkhäusern geprägt.