Eine ganz außergewöhnliche Kulturlandschaft bietet das Naturschutzgebiet der Hie- und Kripplöcher bei Frankershausen. Es handelt sich hier um Nordhessens bedeutendstes Erfallgebiet. Diese Landschaft besteht aus Dolomit und Zechstein. Dolomitgestein beinhaltet leicht lösliche Bittererde und verwitterungsbeständigeren Kalk. Durch Wasser wird die Bittererde kontinuierlich ausgelauft, die Kalkgerippe bleiben stehen. Durch den Druck der darüber liegenden Erschichten können Gerippe zusammenbrechen und Erdfälle entstehen. 1958 brach ein zweispänniges Kuhgespann in einem neuen Erdfall ein. Die Kripplöcher dürfen aus diesem Grund nur im Beisein eines Naturparksführers oder einer Naturparkführerin betreten werden.
Der kalkreiche Boden ist Basis für die darüberliegenden Magerrasen, einem sehr wertvollen Grünland. Bereits seit mehreren Jahrzehnten werden werden diese durch Schafbeweidung freigehalten und regelmäßig entbuscht. Durch dieses Beweidungskonzept haben hier wieder seltene Orchideen und Enziane, viele Wildkräuter und viele andere Pflanzen- und Tierarten ihr Zuhause gefunden. Der Wacholder, eine der typischen Pflanzen der Frau Holle, ist die weit verbreitetste Gehölzart auf den Magerrasen. Gern auch als "Zypresse des Nordens" bezeichnet, verleiht er mit seinem säulenhaften Wuchs dieser Karstlandschaft einen etwas mediterranen Eindruck.
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Von der einstigen, zwischen 1120 und 1145 von Graf Rugger II. erbauten Burg Bilstein sind nur noch wenige Mauerreste erhalten. Bei Ihrer Wanderung entlang des Premiumwegs P23 Höllental werden Sie hier oben auf 284 Metern Höhe noch Reste der Ringmauer sowie des Brunnens finden. Der letzte Graf aus dem Geschlecht der Bilsteiner war Anfang des 14. Jahrhunderts in Armut verstorben, seit dem 16. Jahrhundert verfiel die Burg. Vom Bilsteinfelsen genießen Sie den Ausblick über das Höllental zum Hohen Meißner. Im Osten kann man vom Berg über das Werratal zur Burg Fürstenstein bei Albungen schauen.
Der Sage nach wurde die Burg Ende des 13. Jahrhunderts lange Zeit belagert, ohne dass sich deren Bewohner geschlagen gaben. Im Gegenteil, der Burggraf winkte den Belagerern mit frischem Fisch spöttisch von der Burgmauer zu. Schließlich entdeckten die Belagerer, dass der Müller der Höllenmühle die Burgbewohner mit Lebensmitteln durch einen unterirdischen Gang versorgte. Sie töteten den Müller und verschlossen den Zugang. Um dem Hungertod zu entgegen, spannte der Grad seine wildesten Pferde vor eine Kutsche, bestieg diese mit seiner Familie und trieb das Gespann über die Klippe in die Tiefe.
Tief unten schlängelt sich auch heute noch die Berka durch das romantische Höllental.
Übrigens: Frau Holle mag auf dem Hohen Meißner wohnen. Ihre Bushaltestelle liegt tatsächlich aber in Berkatal, im Höllental. Das glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich im Verbindungsplaner des Nordhessischen Verkehrsverbunds doch mal zu "Frau Holle" leiten! Die Haltestelle ist nach dem gleichnamigen Waldgasthaus benannt.
In Berkatal gibt es eine Reihe bemerkenswerter großer Steine: